Fischeinkaufspolitik

Aquakultur

Die Aufzuchtmethode der Aquakultur gewinnt aufgrund der weltweiten Überfischung zunehmend an Bedeutung. Die gezielte Aufzucht von Fischen, Krebstieren und Meeresfrüchten in speziell abgetrennten Becken vermeidet negative Auswirkungen auf das umliegende Ökosystem, so wie sie durch den Fangprozess, durch Bestandsbedrohung oder unerwünschten Beifang auftreten können.


Bei der Produktionsmethode Aquakultur erfolgt der Fang und die Weiterverarbeitung in zunehmendem Maße umwelt- und ressourcenschonend. Lange Transportwege werden zum Teil reduziert, da der Fisch direkt vor Ort weiterverarbeitet wird.


Bei der marinen Aquakultur werden bestimmte Flächen im Meer oder in einer Bucht mit Netzgehegen abgetrennt - so wachsen die Fische in ihrer natürlichen marinen Umgebung auf. In Deutschland werden beliebte Süßwasserfische wie Forellen oder Karpfen in Wasserbecken gezüchtet.


Durch gezielte Forschungen und technische Weiterentwicklungen konnten in den vergangenen Jahren mögliche Nachteile der Aufzuchtmethode in der Aquakultur, wie z. B. Überdüngung bestimmter Meeresregionen oder die Krankheitsanfälligkeit der Fische, erheblich minimiert werden.


ALDI NORD bietet seinen Kundinnen und Kunden schon heute ein vielfältiges Angebot an Fischprodukten aus Aquakultur. Zukünftig werden wir unser Sortimentsangebot an Fischen dieser Herkunft im Sinne der Nachhaltigkeit stetig erweitern.


Wir werden unser gesamtes Angebot an Fisch- und Meeresfrüchteprodukten aus Aquakultur sukzessive auf zertifizierte Rohwaren umstellen. In den meisten Fällen berücksichtigen wir schon heute eine Zertifizierung nach dem international anerkannten GLOBALG.A.P.-Standard. Dieser stellt eine kontrollierte landwirtschaftliche Unternehmensführung sicher. Die Fischzucht erfolgt nach hohen Anforderungen an Lebensmittelsicherheit, Umweltbelange, soziale Standards und artgerechte Tierhaltung.


Und natürlich verfolgen wir die Bemühungen um die Einführung eines Aquaculture-Stewardship-Council (ASC)-Zertifikats, das der WWF als Nachhaltigkeitssiegel für Zuchtfisch Ende 2012 auf den Weg bringen will.


Nachhaltig bewirtschaftete Zuchtbetriebe berücksichtigen u. a. folgende Aspekte:

  • die Wahl von nachhaltigen Standorten für die Aquakultur unter besonderer Berücksichtigung der umliegenden Ökosysteme;
  • eine artgerechte Tierhaltung und Bestandsdichte;
  • kein illegaler Fischfang für Futtermittel;
  • Umstellung aller Fisch- und Meeresfrüchteprodukte aus Aquakultur auf zertifizierte Rohwaren (u. a. GLOBALG.A.P., Aquaculture Stewardship Council1, Bio);
  • ein funktionierendes Fäkalien-, Abfall- und Wassermanagement;
  • kein Einsatz präventiver Chemikalien oder Antibiotika; im Falle eines Einsatzes bei Krankheit/Parasitenbefall sind die Produzenten angehalten, nur zugelassene Medikamente und Chemikalien in der dafür vorgeschriebenen Art und Weise einzusetzen;
  • die Einhaltung sozialer Mindeststandards in der gesamten Produktionskette mit Unterstützung unserer Lieferanten, d. h. vom Aufzuchtort über den Verarbeiter bis zum Verkauf (Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO/BSCI-Kodex);
  • strenge ökologische Richtlinien bei der Weiterverarbeitung und lückenlosen Rückverfolgbarkeit bis zum Aufzuchtort.

1 nach Einführung des ASC-Siegels